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Literaturabend in der Staufener „Bücherstube“

Am Donnerstag, den 27. Oktober fand am frühen Abend in der „Bücherstube“ in der Staufener Altstadt ein ganz besonderes Event statt: Der Historiker Erich Katterfeld las Ausschnitte aus der Erzählung „Kara-Bugas“ des sowjetischen Schriftstellers Konstantin G. Paustowski, welche er derzeit neu übersetzt. Zu der Veranstaltung eingeladen hatten der Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald der Partei „dieBasis“ sowie der Gesprächskreis der „Nachdenkseiten“ Freiburg.

„Kara-Bugas“ galt als Vorzeigewerk für den unter der Stalin-Diktatur geforderten „sozialistischen Realismus“; zugleich gelang Paustowski aber die schwierige Gratwanderung zwischen Vereinnahmung durch das Regime einerseits wie auch einer indirekten Opposition dagegen.
Paustowski lebte von 1892-1968 und ist heute zu Unrecht in Vergessenheit geraten, wie schon nach wenigen Minuten deutlich wurde. Nicht nur wurden die rund 20 Literaturinteressierten, die sich zu der Lesung eingefunden hatten, auf eine Reise in die frühen Jahre der Sowjetunion mitgenommen, es wurde auch deutlich, wie aktuell Paustowski gerade auch heute ist, wenn er etwa in seiner Erzählung die damaligen Pläne und Projekte der Sowjet-Regierung zur Energiefrage streift (sogar Überlegungen zur Energiegewinnung aus Windkraft wurden damals bereits angestellt) und den zerstörerischen Einfluss menschlicher Wirtschaftstätigkeit auf die Natur thematisiert.
So ließ sich bei der an die Lesung anschließenden Diskussion nahtlos der Bogen schlagen in unsere heutige Zeit. Mit Samowar, Süßigkeiten und ausgelegten Original-Illustrationen aus „Kara-Bugas“ war der Raum überaus stimmungsvoll gestaltet; die poetische Sprache Paustowskis tat ihr Übriges, um die Zuhörerschaft in eine Zeit zu versetzen, die bald hundert Jahre zurückliegt - Kara-Bugas“ erschien 1932 - und doch so präsent erscheint.
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